Nach Ihrer Ankunft

Wie Sie sind viele Menschen nach Hamburg gekommen, die vor Verfolgung und bewaffneten Konflikten geflüchtet sind.

Zentrale Erstaufnahme

Nach Ihrer Ankunft in Hamburg erhalten Sie einen Ankunftsnachweis und einen Platz in der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) am Bargkoppelweg 66a bzw. im Bargkoppelstieg 10-14. Hier werden Sie registriert, es findet eine medizinische Untersuchung statt und Sie stellen Ihren Asylantrag. Innerhalb kurzer Zeit wird Ihnen gesagt, ob Sie in Hamburg bleiben oder ob Sie in ein anderes deutsches Bundesland weiterreisen. 

Nach wenigen Tagen werden Sie in eine andere Erstaufnahme gebracht.

Wenn Sie Ihren Asylantrag stellen, müssen Sie vorerst (in der Regel für höchstens 6 Monate) in einer Erstaufnahme leben. 

Öffentlich-rechtliche Folgeunterbringungen

Da auch für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis nicht sofort geeignete Wohnungen zur Verfügung stehen, werden Sie auch in der Folgeunterbringung mit anderen Flüchtlingen zusammenwohnen. Auch Hamburger, die ihre Wohnung verloren haben, leben zunächst in einer Wohnunterkunft. 

Es gibt Wohncontainer, Modulhäuser, Pavillons und feste Wohnhäuser. Eine Familie (auch ein Paar) wird nach Möglichkeit gemeinsam untergebracht. 

 Inzwischen gibt es auch Unterkünfte, die ähnlich wie eine richtige Wohnung aufgebaut sind: Sechs Personen leben in drei Räumen mit Kühlschrank, Herd, Dusche und WC. Alleinreisende teilen sich die Zimmer, wie in einer Wohngemeinschaft.

In einer Folgeunterkunft gibt es etwas mehr Privatleben als vorher und es gibt soziale Beratung vor Ort und Kontakte zu Nachbarn und Ehrenamtlichen. 

Während des Aufenthalts in den Folgeunterbringungen kaufen Sie selber ein und versorgen Ihren Haushalt. Die Kinder und Jugendlichen kommen in die Kita oder in die Schule, die Erwachsenen besuchen Deutsch- und Integrationskurse. 

Das Sozialmanagement in Ihrer Unterkunft hilft Ihnen, das richtige Amt und die richtigen Ansprechpartner zu finden. Auch gibt es oft Kontakte zu Ehrenamtlichen und Nachbarn, die Sie gern zu den Ämtern begleiten und Ihnen helfen.  

Umzug in eine eigene Wohnung

Als Asylberechtigter oder anerkannter Flüchtling (mit einer Aufenthaltserlaubnis von mindestens einem Jahr) haben Sie, wie alle Deutschen, uneingeschränkten Zugang zum Wohnungsmarkt. 

Wenn Sie genug Geld verdienen, also über ein eigenes Einkommen verfügen, zahlen Sie die Miete für eine Wohnung oder ein Zimmer selbst. 

 Wenn Sie kein eigenes Einkommen haben, können Sie beim Jobcenter team.arbeit. hamburg oder beim Fachamt für Grundsicherung und Soziales Sozialleistungen für Ihren Lebensunterhalt und die Miete beantragen. Dafür darf die Wohnung nicht zu groß und nicht zu teuer sein. Nach Ihrer Anerkennung gibt es für Mietpreise Obergrenzen, die Sie einhalten müssen. Diese finden Sie hier: https://goo.gl/rfXNHR 

Manchmal wird auch für Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgestattung oder einer Duldung die Miete bezahlt. Dafür gibt es besondere Regelungen. Ihr Sachbearbeiter wird Ihnen alles erklären. 

Wenn Ihr Antrag abgelehnt wird, bitten Sie am besten um eine schriftliche Begründung. 

Sie müssen auch nach Anerkennung eines Aufenthaltsstatus in den ersten drei Jahren Ihren Wohnsitz in dem Bundesland beibehalten, das für Ihr Asylverfahren zuständig war – z.B. in Hamburg. Die Wohnsitzauflage kann aufgehoben werden, wenn alternative Wohnsitze bestimmte integrative Vorteile bieten. Über diese kann Sie ebenfalls Ihr Sachbearbeiter informieren. 

Vorgehen bei der Wohnungssuche

Erster Ansprechpartner für die Wohnungssuche ist das Sozialmanagement in den Unterkünften. Diese helfen mit Kontaktadressen, Tipps, Wegweisern und einer guten Vernetzung mit Ehrenamtlichen, die auf Wunsch die notwendigen Wege begleiten. 

Der erste Weg führt in der Regel zu den Fachstellen für Wohnungsnotfälle. Die Fachstellen vermitteln u.a. wohnungslose Menschen aus öffentlich-rechtlicher Unterbringung in privaten Wohnraum. Hierzu zählen neben wohnungslosen Hamburgerinnen und Hamburgern auch Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive. Während einer persönlichen Vorsprache wird gemeinsam ein Hilfeplan entwickelt und Unterstützung bei der Wohnungssuche angeboten, zu der auch die kostenlose Ausstellung einer Dringlichkeitsbestätigung gehört. Diese gewährleistet Ihnen Vorzug bei der Wohnungssuche.  

Privat Wohnen

Nach Ihrer Anerkennung können Sie natürlich auch selbständig nach einer Wohnung suchen. Hierfür können Sie entweder Onlineportale zur Wohnungssuche nutzen oder die Vermittlungsangebote von Hamburger Institutionen. 

Über die Onlineportale treten Sie persönlich in direkten Kontakt zu den Vermietern. Für den Erstkontakt reicht eine kurze Anfrage, die etwa so lauten könnte: 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich interessiere mich für Ihr Wohnungsangebot. Wann kann die Wohnung besichtigt werden? Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf. 

Mit freundlichen Grüßen 

Vorname Nachname 

Bitten Sie vor der Besichtigung um eine Liste der Dokumente, die Sie hierfür mitbringen müssen. Achten Sie auch bei der eigenständigen Wohnungssuche auf die Einhaltung der Mietpreisobergrenzen. Wenn Sie und der Vermieter sich geeinigt haben, bitten Sie diesen um eine Bestätigung. Diese reichen Sie beim Jobcenter ein, wo die Erfüllung der Bedingungen geprüft werden und Sie wiederum eine Bestätigung für den Vermieter erhalten. Damit können Sie den Mietvertrag abschließen und die Schlüsselübergabe durchführen. 

Online-Portale für die Wohnungssuche

Hamburger Vermittlungsstellen:

Wohnbrücke Hamburg: http://www.wohnbrücke.de 

Flüchtlinge Willkommen: http://www.fluechtlinge-willkommen.de 

Fördern und Wohnen: https://goo.gl/kXe5tN 

„Ankommen“-App: https://goo.gl/gmDED7 

Dialogforum: https://goo.gl/4ZHtFM 

Alles über Miete in Deutschland

1. Was ist Miete? 

Wenn Sie einen Wohnsitz nur für eine befristete Zeit besitzen, dann sind Sie Mieter dieses Wohnsitzes. Derjenige, mit dem Sie den Mietvertrag schließen, ist der Vermieter.  

Ein Zimmer oder eine Wohnung zu mieten bedeutet, dass Sie für die Dauer Ihres Vertrags zur Nutzung des Wohnsitzes berechtigt sind. Das Zimmer bzw. die Wohnung gehört Ihnen jedoch nicht, Sie sollten sich also vor Einzug über die Hausordnung und eventuelle Pflichten informieren, die Sie als Mieter zu beachten haben. Hierzu könnte eine Heizpflicht gehören oder Beschränkungen von Umbauten und Renovierungen der Wohnung.  

Im Gegenzug erlangen Sie durch die Miete jedoch auch Rechte. Für die Dauer der Miete darf der Vermieter Ihre Wohnung, außer in Ausnahmefällen, nur mit Ihrer Erlaubnis betreten. 

2. Worauf muss ich achten? 

Bei der Schließung eines Mietvertrages sollten Sie darauf achten, ob dieser befristet ist, also ein festes Datum beinhaltet, zu dem das Mietverhältnis endet. Außerdem sollten Sie eventuelle Mängel an der Wohnung vorher feststellen, damit Sie später nicht dafür verantwortlich gemacht werden können.  

Wenn Sie die Miete des Wohnsitzes beenden wollen, müssen Sie eine schriftliche Kündigung einreichen. 

3. Wichtige Begriffe 

Miete: die durch einen Vertrag festgelegte Nutzung eines Wohnsitzes auf Zeit (Miete bezeichnet außerdem das Geld, das der Mieter dem Vermieter für die Nutzung zahlt) 

Mieter: Die Person, die durch den Vertrag zur Nutzung der Wohnung berechtigt ist. Der Mieter darf für die Dauer der Miete in der Wohnung wohnen, sie gehört ihr jedoch nicht. 

Vermieter: in der Regel der Eigentümer einer Wohnung. Mit dem Vermieter schließen Sie den Mietvertrag und er überlässt Ihnen die Wohnung. Der Vermieter ist außerdem der Ansprechpartner für Sie, falls es an Ihrem Wohnsitz Probleme oder Mängel gibt. 

Vertrag: Der Mietvertrag berechtigt Sie zur Nutzung der Wohnung. Der Vertrag stellt die Vereinbarung dar, dass Sie als Mieter die Miete zahlen und der Vermieter Ihnen dafür die Wohnung zur Verfügung stellt.  

Befristeter Vertrag: ein Mietverhältnis mit einem festen Enddatum, das im Vertrag festgehalten ist. 

Kündigung: Wenn Sie ausziehen wollen, müssen Sie Ihren Mietvertrag schriftlich beenden. Die Kündigung ist die schriftliche Mitteilung dieser Beendigung an den Vermieter. 

Zuletzt aktualisiert: 26.07.2018

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