Gehen Sie zu einem Arzt, wenn Sie krank sind oder sich nicht wohl fühlen. Krankheiten haben keinen negativen Einfluss auf Ihren Asylantrag.

Ärzte in Deutschland haben außerdem eine Schweigepflicht und dürfen generell keine Informationen über Sie weitergeben.

Hilfe bei Krankheit

In der Erstaufnahme (EA) gibt es eine medizinische Sprechstunde. Hier bekommen Sie eine kostenlose medizinische Behandlung und werden weitervermittelt. Asylbewerber in Hamburg werden bei der AOK Bremen/Bremerhaven versichert.

Sie bekommen in der EA erst eine „Bescheinigung zur Vorlage beim behandelnden Arzt“ und danach eine elektronische Gesundheitskarte (eGK). Mit der Bescheinigung oder der Gesundheitskarte können Sie zu jedem Arzt gehen. Die Behandlung ist dann in der Regel kostenlos.

Wenn Sie noch nicht bei der AOK angemeldet sind und medizinische Hilfe brauchen, können die MitarbeiterInnen der EA ein Formular für Sie ausfüllen. Mit diesem Formular können Sie innerhalb von 24h kostenlos zu einem Arzt, einem Notfalldienst oder ins Krankenhaus gehen. https://goo.gl/AAJshc

Sie sind solange bei der AOK Bremen/Bremerhaven versichert, bis Ihr Asylantrag angenommen oder abgelehnt wird und Sie ausreisen. Wenn Ihr Asylantrag angenommen wird, können Sie sich selbst eine Krankenversicherung aussuchen. https://goo.gl/r8bDM5

 

Ärzte

In Deutschland gibt es unterschiedliche Ärzte. Die behandelnden Ärzte können sowohl Frauen als auch Männer sein. Ein Hausarzt (Allgemeinmediziner) ist für Ihre allgemeine Gesundheit zuständig. Ein Kinderarzt ist für Kinder zuständig. Bei Problemen mit den Zähnen gehen Sie zum Zahnarzt. Speziell für Frauen (auch in der Schwangerschaft) sind Frauenärzte zuständig. Vereinbaren Sie jeweils zuvor einen Termin!

Hier können Sie selbst nach Ärzten suchen:
www.kvhh.net

Sie finden hier auch Ärzte, die Ihre Sprache sprechen. Ansonsten sprechen die meisten Ärzte Englisch. Falls sie weder Deutsch noch Englisch sprechen, brauchen Sie meist einen Übersetzer!

Ein Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffen finden Sie hier: www.apotheken-umschau.de/multimedia/179/35/195/118768730129.pdf (Englisch, Französisch und Arabisch) und hier: www.apotheken-umschau.de/multimedia/125/83/94/118856466449.pdf (Urdu und Farsi).

Bei Verständigungsschwierigkeiten beim Arzt hilft auch die App ‚AOK HealthNavigator‘. Sie kann vom Arzt und von Ihnen benutzt werden.

Apotheken

Medikamente bekommen Sie in einer Apotheke. Für viele Medikamente brauchen Sie ein Rezept vom Arzt. Notwendige Medikamente sind mit Rezept meist kostenlos. Sie können sie notfalls auch nachts oder am Wochenende abholen.

Rezeptfreie Hilfsmittel (wie z.B. Pflaster) erhalten Sie auch in der Drogerie.

Hier können Sie selbst nach Apotheken suchen:
www.aponet.de

Notfall

Falls Sie nachts, am Wochenende oder an einem Feiertag krank werden, können Sie in dringenden Fällen eine Notfallpraxis aufsuchen. Nur wenn Sie keine Praxis aufsuchen können und Sie sofort behandelt werden müssen, rufen Sie den Notarzt an. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser stehen für Not- und Unfallversorgung zur Verfügung. Sie müssen hier mit Wartezeiten rechnen.
In einem Notfall sind die Ärzte verpflichtet, Sie zu behandeln. Es ist egal, ob Sie registriert sind oder nicht.

  • Notfalllpraxis in Farmsen: Berner Heerweg 124
    Montag bis Freitag: 19 bis 24 Uhr, Mittwoch: 13 bis 24 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 7 bis 24 Uhr.
  • Notfallpraxis in Altona: Stresemannstraße 54
    Montag bis Freitag: 19 bis 24 Uhr, Mittwoch: 13 bis 24 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 7 bis 24 Uhr.
  • Notarzt: +49 40 228022.

Hier können Sie ärztliche Notfalldienste für Kinder finden:

Nur an Wochenenden und Feiertagen

  • Altoner Kinderkrankenhaus: Bleickenallee 38, 22763 Hamburg-Altona.
    Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr.
  • Helios Mariahilf Klinik: Stader Straße 203c, 21075 Hamburg-Harburg.
    Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr.
  • Asklepios Klinik Nord – Heidberg: Tangstedter Landstraße 400, 22417 Hamburg-Langenhorn.
    Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr.
  • Kinderkrankenhaus Wilhelmstift: Liliencronstraße 130, 22149 Hamburg-Rahlstedt.
    Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr.

Im Notfall können Sie den Rettungsdienst anrufen. Sagen Sie in jedem Fall Ihren Namen, wo Sie sich befinden und was passiert ist. Warten Sie auf Rückfragen! Ein Krankenwagen holt Verletzte ab, egal wo sie sich befinden.

  • Rettungsdienst 112
Hilfe ohne Papiere

Wenn Sie keine Bescheinigung oder Krankenversicherungskarte haben, bekommen Sie bei diesen Beratungsstellen medizinische Hilfe. Falls Sie weder Deutsch noch Englisch sprechen, bringen Sie einen Dolmetscher mit! Die Beratung erfolgt in der Regel anonym.

  • Medibüro Hamburg: Hospitalstraße 109
    +49 40 238558322, Montag und Donnerstag: 15 bis 17 Uhr.
  • Praxis ohne Grenzen: Bauersberg 10
    +49 40 69455910, Mittwoch: 15 bis 18 Uhr.
  • Migrantenmedizin Westend: Vogelhüttendeich 17
    +49 40 75666401, Dienstag: 9 bis 13 Uhr, Sprechstunde für Kinder jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat 16 bis 18 Uhr, Sprechstunde für Frauen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat 9 bis 13 Uhr.
Traumata und psychische Belastungen

Wenn Sie viele schlimme Dinge erlebt und gesehen haben, können diese Erlebnisse Sie begleiten und verändern. Wenn Sie sich von Erinnerungen überfordert fühlen oder an Angstzuständen leiden, sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Hierfür zuständig sind Psychotherapeuten oder Psychiater. Auch zu diesen können Sie mit Ihrer Bescheinigung oder Krankenversicherungskarte gehen. Vor allem für Kinder gibt es weitere kostenlose Programme.

Eine Psychotherapie ist nicht generell kostenlos. Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten nur in Einzelfällen und Sie müssen dafür einen Antrag stellen. https://bremen.aok.de/inhalt/aok-begruesst-asyl-einigung/

Hier finden Sie (auch ohne Papiere oder Registrierung) Hilfe:

  • haveno Gesundheitszentrum St. Pauli: Seewartenstraße 10, 20459 Hamburg.
    +49 40 31793535, Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin, indem Sie in Ihrer Muttersprache auf den Anrufbeantworter sprechen. Nennen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer. Sie werden zurückgerufen.
  • SeeleFon (BKK Krisentelefon): Telefonische Selbsthilfeberatung
    +49 228 71002425 (deutsch, arabisch, englisch und französisch), Montag bis Mittwoch 10 bis 12 Uhr und 14 bis 15 Uhr.

Vor allem für junge Asylsuchende gibt es weitere kostenlose Programme. Hilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche finden Sie hier:

  • Flüchtlingsambulanz für Kinder und Jugendliche des UKE: Martinistraße 52, 20246 Hamburg.
    www.uke.deinfo@uke.de, Tel.: +49 40 7410-0
  • Ankerland Trauma: Löwenstraße 60, 20251 Hamburg. Tel.: +49 40 46 86 396 – 25/  +49 40  76 08 08 55. E-Mail: verein@ankerland.de
  • Psychosoziale Beratung für Geflüchtete von der Diakonie Hamburg: Königstraße 54
    22767 Hamburg. Tel: 040 30620-361, E-Mail: stracke@diakonie-hamburg.de. Sprachen Detusch, Englisch, bei Bedarf stehen Dolmetscher zur Verfügung.
Gewalt

Niemand darf Ihnen Gewalt antun. In Deutschland macht man sich damit strafbar. Wenn Sie Zeuge oder Betroffener von Gewalt sind, suchen Sie Hilfe! Wenden Sie sich an die Polizei oder anonym und vertraulich an eine Beratungsstelle.

Familiäre Gewalt: Auch Mitglieder Ihrer Familie dürfen Ihnen keine Gewalt antun oder androhen.

Sexuelle Gewalt: Es ist verboten, andere Menschen zu sexuellen Handlungen zu zwingen oder sie sexuell zu belästigen.

Hier finden Sie Beratungsstellen:

  • SAVIA – Steps against violence
    +49 40 350177253, Montag bis Mittwoch 14 bis 16 Uhr, Donnerstag und Freitag 10 bis 12 Uhr
    für alle von Gewalt Betroffenen, Vermittlung an weitere Einrichtungen. savia@verikom.de
  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
    +49 8000 116016, durchgehend besetzt.
    Die Mitarbeiterinnen sprechen unter anderem Arabisch, Persisch und Englisch.
  • Sie finden auch in Hamburger Frauen häusern Schutz: www.hamburgerfrauenhaeuser.de; Notruf: +49 40 – 8000 4 1000.

Zuletzt aktualisiert: 26.07.2018

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