Kinder unter 6 Jahren: Kindertagesbetreuung

In Deutschland gibt es für Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, Kinderbetreuung in Kindertageseinrichtungen (Kita) und bei Tagesmüttern und Tagesvätern (Kindertagespflege). In der Kita und der Kindertagespflege können die Kinder spielen und deutsch lernen.

Kita

Alle Kinder, die nicht mehr in einer Erstaufnahmeeinrichtung (EA) leben und mindestens 1 Jahr alt sind, haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen kostenfreien Platz in einer Kita im Umfang von 5 Stunden täglich (mit Mittagessen). Die Betreuungszeit kann bis zu 12 Stunden täglich verlängert werden, wenn die Eltern zum Beispiel arbeiten, eine Ausbildung oder Weiterbildung machen, einen Deutsch-Sprachkurs für Migrantinnen und Migranten oder einen Integrationskurs besuchen.

Wenn Sie einen Platz in einer Kita suchen, fragen Sie die Leitung Ihrer Unterkunft um Hilfe. Das Informationsmaterial „Ein Kita-Platz für unser Kind“ besteht aus einer Broschüre und einem kurzen Film. Es informiert Eltern in einfacher deutscher Sprache sowie in mehreren Fremdsprachen (Türkisch, Polnisch, Russisch, Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch) über die Vorteile der Kita, die Rahmenbedingungen und den Weg zu einem Kita-Platz: www.hamburg.de/kita/4362936/ein-kitaplatz-fuer-unser-kind/

Kinder ohne Aufenthaltsstatus im Alter von 1 – 6 Jahren können von der „Zentralen Information und Beratung für Flüchtlinge gGmbH“ (Flüchtlingszentrum Hamburg) in die Regelbetreuung der Hamburger Kitas vermittelt werden. Die Betreuungsleistung entspricht fünf Stunden an fünf Wochentagen. Darin enthalten ist das Mittagessen für die Kinder.

Anträge und Formulare für die Beantragung von Zuschüssen zur Kindertagesbetreuung finden Sie hier: www.hamburg.de/antraege/#anker_2
Weitere Informationen finden Sie online: www.hamburg.de/fluechtlingskinder/4619422/anspruch-kindertagesbetreuung/

Kindertagespflege (Betreuung durch Tagesmütter und -väter)

Neben der Kita gibt es die Möglichkeit, Kindertagespflege in Anspruch zu nehmen.
Sie ist besonders bei Eltern von Kindern, die unter drei Jahre alt sind, wegen der familiären Atmosphäre sehr beliebt. Jede Tagesmutter bzw. jeder Tagesvater kann bis zu fünf fremde Kinder zeitgleich betreuen. Ab Geburt bis zur Einschulung sind Betreuungen bis zu 30 Wochenstunden kostenlos.

Eltern-Kind-Zentren

Eltern-Kind-Zentren sind Treffpunkte für Familien mit Kindern unter drei Jahren. Man kann diese Zentren aber auch mit älteren Kindern besuchen, die noch nicht zur Schule gehen.
Sie können ohne weite Wege, ohne Anmeldung und ohne Kita-Gutschein die Angebote nutzen und Hilfestellung in Erziehungsfragen erhalten. Außer für das Mittagessen (Kostenbeitrag zwei Euro pro Portion) werden keine Beiträge erhoben.
Eltern-Kind-Zentren bieten unter anderem:

  • einen offenen Eltern-Kind-Club,
  • Spiel- und Lernstunden für Kinder,
  • Eltern-Kind-Angebote,
  • Elternbildungs-, Informations- und Beratungsangebote.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.hamburg.de/eltern-kind-zentren/

Kinder über 6 Jahren: Schule
Jedes Kind in Deutschland hat das Recht und die Pflicht, zur Schule zu gehen. Das gilt auch für Kinder von Flüchtlingen und auch für Kinder ohne Papiere. Bei der Schulanmeldung muss nur eine Hamburger Adresse vorgelegt werden. Der Schulbesuch ist kostenlos.
Hilfe bei der Schulanmeldung bekommen Sie hier:
  • Schulinformationszentrum (für Kinder von 6 bis 16 Jahren)
    Hamburger Straße 41, +49 40 428992211, Montag bis Freitag: 10 bis 13 Uhr
  • Informationszentrum des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (für Jugendliche ab 16 Jahren)
    Hamburger Straße 125a, + 49 40 428634236, Montag bis Freitag: 10 bis 13 Uhr

Die Anmeldung in einer Schule ist erst möglich, wenn Sie aus der EA in eine andere Unterkunft umgezogen sind. Wenn Sie noch in einer EA leben, geht Ihr Kind in die Schule der EA. Das Schulsystem besteht aus zwei Teilen: zunächst 4 Jahre Grundschule und dann eine weiterführende Schule (Stadtteilschule oder Gymnasium). Sowohl Stadtteilschulen als auch Gymnasien führen zum Abitur.

Beratungsstellen

Der Jugendmigrationsdienst ist eine Beratungsstelle für Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahre. Sie begleiten junge Menschen bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess in Deutschland. Gleichzeitig beantworten sie Eltern Fragen hinsichtlich der Bildung und Ausbildung ihrer Kinder.

Die wesentlichen Aufgaben und Angebote der Beratungsstelle liegen in der individuellen Integrationsförderung der Jugendlichen, die auch durch Gruppenprojekte unterstützt wird. Sie fördern auch ehrenamtliches Engagement und ermöglicht Verbindungen über Netzwerke.

Jungen Flüchtlingen wird außerdem eine Begleitung innerhalb des Jugendmigrationsdienstes angeboten. Sie hilft bei

  • der Suche nach Deutschkursen für Jugendliche
  • Problemen in der Schule
  • der Suche nach Nachhilfeangeboten
  • der Berufsorientierung (Ausbildungsplatz, Berufsschule, Studium)

Jugendmigrationsdienst Hamburg
Glockengießerwall 3
+49 40 21111810
offene Sprechstunde: Dienstag und Donnerstag: 13 bis 16 Uhr

Online können Fragen gestellt werden unter: www.jmd4you.de

Beratung und Unterstützung für Familien in Hamburg gibt es online außerdem unter: http://t.hh.de/3055314

Schwangerschaft und Mütter

Schwangere stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Der Schutz gilt auch, falls Sie sich entscheiden, das Kind nicht zu bekommen. Sie haben Anspruch auf besondere medizinische Versorgung und Beratung. Gehen Sie zu einem Frauenarzt.

Wenn Sie bereits berechtigt sind, in Deutschland zu leben und zu arbeiten, können Sie auch Eltern- und Kindergeld beantragen. Wichtig ist, dass Sie die Geburtsurkunde des Kindes aufbewahren.

Beratung für Schwangere und Eltern (auch ohne Papiere oder Registrierung):

  • Profamilia: Seewartenstraße 10, Haus 1, +49 40 309974910, Montag, Dienstag und Donnerstag: 10 bis 14 Uhr, Mittwoch 14: bis 16 Uhr, Freitag 10 bis 12 Uhr, www.profamilia-hamburg.de
  • Caritasverband für Hamburg e.V.: Infoline Schwangerschaft: +49 40 23518188, Dienstag: 15.30 bis 17 Uhr, Freitag: von 9.30 bis 11 Uhr, www.caritas-hamburg.de

Es gibt Mütterberatungsstellen in denen Kinder und vor allem neugeborene Säuglinge kostenlos eine Vorsorgeuntersuchung erhalten können. An diesen Untersuchungen muss aber ein Übersetzer teilnehmen, der jedoch nicht vom Arzt gestellt wird. Eine Übersicht der Mütterberatungsstellen finden sie online: www.hamburg.de/behoerdenfinder/hamburg/info/muetterberatung/

Weitere Angebote für frische oder werdende Mütter gibt es von dem Verein IN VIA:

  • Mutter-Kind-Gruppe in Bergedorf: Für Mütter mit Kindern bis zu 3 Jahren. Dolmetscher für Dari/Farsi und Arabisch vor Ort: Edith-Stein-Platz 1, Donnerstags 10 – 12 Uhr
  • Frühstückstreff in Bergedorf: Für Familien mit Fluchterfahrung. Abwechselnd mit Hebammensprechstunde, Rechtsberatung und Schwangerenberatung. Dolmetscher für Dari/Farsi und Arabisch vor Ort: Edith-Stein-Platz 1, Dienstag ab 9.30 Uhr

Bei Fragen zu diesen Angeboten bekommen Sie hier weitere Informationen: invia-hamburg.de/migration/projekte-fuer-gefluechtete-menschen.html, +49 40 73508411, jmd.bergedorf@invia-hamburg.de

Suche nach Familienmitgliedern

Wenn Sie den Kontakt zu Familienmitgliedern suchen, die bereits in Deutschland sind oder während der Flucht von Ihrer Familie getrennt worden sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihre Familienmitglieder wiederzufinden.

Konflikte in der Familie

Konflikte gibt es in jeder Familie. Um diese zielführend zu lösen, gibt es in Deutschland verschiedene Beratungsstellen, die dabei unterstützen.

  • Konfliktberatung für erwachsene Flüchtlinge, die einen Deutsch-Sprachkurs oder Integrationskurs besuchen. Der Begleiter e.V. Herzog-Carl-Friedrich-Platz 1
    21031 Hamburg Tel.: 040 / 27 86 78 77 Offene Beratung: Dienstag von 15.00 – 17.00 Uhr  Donnerstag von 09.00 – 11.00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15.03.2018

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