Es gibt Beratungsstellen, die beim Asylverfahren helfen. Einige davon finden Sie unten auf der Seite. Nutzen Sie unbedingt diese Möglichkeiten! Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung, sondern gibt lediglich eine erste Orientierung. Die Mitarbeiter der Beratungsstellen werden Ihnen bei Bedarf auch Rechtsanwälte empfehlen, die Ihnen speziellere Fragen beantworten und Sie weiter unterstützen können.

Ankunftszentrum Rahlstedt

Ankunft in Hamburg

Zunächst müssen Sie sich im Ankunftszentrum Rahlstedt melden (Bargkoppelweg 66a).

Dort werden Sie registriert. Zunächst wird Ihr Ankunftsnachweis erstellt, der Voraussetzung für einen Asylantrag ist. Bei der Registrierung werden Ihre persönlichen Daten wie zum Beispiel Ihr Name und Geburtstag, ein Foto und Fingerabdrücke festgehalten. Anschließend wird entschieden, in welchem deutschen Bundesland Ihr Asylverfahren stattfinden soll. Die Entscheidung darüber wird Ihnen sofort mitgeteilt.

In der Regel haben Sie keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, zum Beispiel eine schwere Krankheit oder eine Behinderung. Geben Sie diese Information daher unbedingt an!

2 Erstregistrierung

Asylverfahren außerhalb Hamburgs

Wenn Ihr Asylverfahren in einem anderen Bundesland durchgeführt werden soll, erfahren Sie dies sofort. Sie erhalten eine Anlaufbescheinigung mit einer Adresse. Bei dieser Adresse stellen Sie Ihren Asylantrag. Für den Weg dorthin bekommen Sie eine Zugfahrkarte.

Wenn die Reise zu Ihrer Anlaufstelle erst am nächsten Tag möglich ist, werden Sie bis dahin im Ankunftszentrum untergebracht. Erst bei der Anlaufstelle im anderen Bundesland erhalten Sie Ihren Ankunftsnachweis.

Asylverfahren in Hamburg

Wenn Ihr Asylverfahren in Hamburg durchgeführt werden soll, erhalten Sie sofort einen Ankunftsnachweis. Achten Sie darauf, dass Ihr Name und Geburtsdatum korrekt sind!

Jetzt sind Sie offiziell als Asylsuchender in Deutschland gemeldet, haben jedoch noch keinen Asylantrag gestellt.

Der Ankunftsnachweis ist 1 Woche gültig. Wenn Sie ihren Asylantrag nicht innerhalb von 1 Woche oder zum gennannten Termin persönlich beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Sachsenstraße 12-14, 20097 Hamburg) stellen, verliert der Ankunftsnachweis seine Gültigkeit. Sie müssen ihn dann bei der Ausländerbehörde, Hammer Straße 30-34, um 6 Monate verlängern lassen.

Sobald der Ankunftsnachweis erteilt ist, haben Sie das Recht auf Unterbringung, Verpflegung und ärztlicher Hilfe. Tragen Sie den Ankunftsnachweis und Ihren Scheckkarten-Ausweis immer bei sich!

3 Erstuntersuchung

Im Anschluss an Ihre Registrierung findet im Bargkoppelstieg 10-14 Ihre medizinische Erstuntersuchung statt. Hierzu gehören Röntgenuntersuchung, Blutabnahme und eine kurze körperliche Untersuchung. Die Untersuchung ist wichtig, damit zum Beispiel übertragbare Krankheiten festgestellt und behandelt werden können. Dort können Sie sich auch impfen lassen.

Frauen können um eine Ärztin bitten.

4 Offizieller Asylantrag und Anhörung

Bei einem Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen Sie Ihren offiziellen Asylantrag und erhalten eine Aufenthaltsgestattung. Diese sollten Sie immer bei sich tragen!

DUBLIN III

Wenn Sie bereits in einem anderen Land registriert wurden, werden Sie dazu befragt. Registriert wurden Sie, wenn dort zum Beispiel Ihre Fingerabdrücke genommen wurden. Durch ein gemeinsames europäisches System können die deutschen Behörden eine frühere Registrierung in einem anderen europäischen Staat feststellen. Es kann sein, dass Sie Ihr Asylverfahren in diesem anderen Land durchlaufen müssen. Dafür werden Sie dorthin zurückgebracht. Suchen Sie bei Bedarf Hilfe bei einer Beratungsstelle.

Entscheidend für Ihr Asylverfahren ist die Anhörung. Sagen Sie hier, warum Sie Ihr Land verlassen haben. Da die Anhörung besonders wichtig ist, sollten Sie sich gut darauf vorbereiten.

Informationen zur Anhörung finden Sie hier:
– Film zu Anhörung von asylindeutschland.de: www.asylindeutschland.de/de/film-2/
– Merkblatt zur Anhörung von Informationsverbund Asyl und Migration e.V.: https://goo.gl/hd7Uwe

Bei der Anhörung sind der Entscheider und ein Dolmetscher dabei. Sie dürfen jemanden mitnehmen, wenn Sie wollen. Diese Person muss aber vorher beim BAMF angemeldet werden und darf nicht selbst Beteiligter im Asylverfahren sein. Anwälte oder Vormünder brauchen keine vorherige Anmeldung.

Bitte sagen Sie, wenn Sie über belastende Erlebnisse noch nicht sprechen können.

Frauen können auf Wunsch eine weibliche Anhörerin und Dolmetscherin bekommen.

5 Entscheidung

Asyl:

Wenn über Ihren Asylantrag positiv entschieden wird, erhalten Sie von der Ausländerbehörde einen elektronischen Aufenthaltstitel (eAT). Damit haben Sie Anspruch auf einen Integrationskurs und können eine Arbeit aufnehmen.

Die Flüchtlingsanerkennung ist die Voraussetzung für einen Antrag auf Familiennachzug. Geben Sie bei der Auslandsvertretung Ihrer Botschaft innerhalb von 3 Monaten nach Flüchtlingsanerkennung eine fristwahrende Anzeige ab, um den Nachzug Ihrer Familie zu erleichtern. Sie können den Antrag online stellen unter: https://fap.diplo.de/webportal/desktop/index.html#start oder https://familyreunion-syria.diplo.de/webportal/desktop/index.html#start. Lassen Sie sich bei einer Beratungsstelle beraten, in welchen Fällen Familienangehörige nachziehen können.

Hinweis: Bei einer einjährigen Aufenthaltserlaubnis (subsidiärer Schutz) ist der Familiennachzug bis Ende Juli 2018 ausgesetzt. Daher sollten Sie möglichst jetzt schon Termine für August bei den jeweiligen Botschaften beantragen. Außerdem sollten Sie so schnell wie möglich nach der Anerkennung zu einer Beratung gehen, damit Sie keine Fristen verpassen.

Kein Asyl:

Wenn Ihr Asylantrag abgelehnt wird, können Sie gegen die Ablehnung klagen. Je nach Art der Ablehnung beträgt die Klagefrist nur 1 oder 2 Wochen. Bei unzulässiger oder offensichtlich unbegründeter Klage beträgt die Frist 1 Woche. Fragen Sie daher regelmäßig nach Ihrer Post. Bei einer Ablehnung sollten Sie sich schnellstmöglich an eine Beratungsstelle wenden! Ansonsten sind Sie zeitnah zur Ausreise verpflichtet. Wenn Sie dieser Ausreisepflicht nicht nachkommen, droht Ihnen die Abschiebung (also die zwangsweise Rückführung in das Heimatland) und eine Einreisesperre.

Die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien gelten im deutschen Asylrecht als sichere Herkunftsstaaten. Die Erfolgsaussichten eines Asylantrages sind daher schlecht. Dennoch ist das BAMF zur sorgfältigen Prüfung jedes Asylantrags verpflichtet.

Noch keine Entscheidung:

Wenn Sie nicht sofort eine Entscheidung über Ihren Asylantrag erhalten, bekommen Sie eine Aufenthaltsgestattung für 6 Monate. Achten Sie wieder darauf, dass Ihr Name und Geburtsdatum korrekt sind. Wenn Ihre Aufenthaltsgestattung nach drei Monaten endet, müssen Sie bei der Ausländerbehörde, Hammer Straße 30-34, die Verlängerung beantragen.

Freiwillige Ausreise: Wenn Sie in Ihr Heimatland zurückkehren möchten oder es auf Grund einer Ablehnung müssen, kann Sie das Flüchtlingszentrum, Adenauerallee 10, beraten und bei der Rückkehr unterstützen.

Beratungsstellen für Flüchtlinge:

In diesen Beratungsstellen erhalten Sie Hilfe im Asylverfahren. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Die Mitarbeiter in den Beratungsstellen sprechen viele verschiedene Sprachen! Dennoch kann es hilfreich sein, wenn Sie zu den Erstgesprächen in kleineren Einrichtungen jemanden zum Dolmetschen mitnehmen.

flucht•punkt: Lutherhöhe 22 (in den Räumen der Luthergemeinde Hamburg-Bahrenfeld), +49 40 432500 80, www.fluchtpunkt-hh.de, Donnerstag 9.30 bis 12.30 Uhr

Flüchtlingszentrum: Adenauerallee 10, +49 40 2840790, www.fz-hh.de, Montag bis Freitag: 9 bis 13 Uhr, Donnerstag und Dienstag zusätzlich 15 bis 17 Uhr, Mittwoch geschlossen

Café Exil: Spaldingstr. 41, +49 40 2368216, Montag bis Donnerstag: 8 bis 14 Uhr, Freitag: 8 bis 13 Uhr, Mittwoch geschlossen

Refugee Law Clinic: Kostenlose Rechtsberatung über das Dublin-Verfahren, Familienzusammenführung, Vorbereitung auf die asylrechtliche Anhörung sowie für Frauen, Mädchen und LGBTI Flüchtlinge. Weitere Infos finden Sie unter: www.rlc-hh.de

Harburg – Welt*RAUM: Kleiner Schippsee 22, Mittwoch 14 – 17 Uhr

Altona – Thalia Theater „Embassy of Hope“: Gaußstraße 190, Donnerstag 15 – 18 Uhr

Wandsbek – Bücherhalle Wandsbek: Wandsbeker Allee 64, Freitag 15 – 18 Uhr

Wilhelmsburg – Die Insel Hilft: Erlerring 1, jeden 1., 3. und 5. Freitag im Monat von 15 – 18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21.08.2017

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