Während des Asylverfahrens

Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, melden Sie sich bei der Zentralen Erstaufnahme (ZEA), Harburger Poststraße 1 oder Bargkoppelweg in Rahlstedt, Montag, Dienstag und Donnerstag: 8 bis 15 Uhr, Freitag: 8 bis 14 Uhr.

Dort registrieren Sie sich und geben das erste Mal ihre Fingerabdrücke ab. Ab diesem Datum erhalten Sie (auch rückwirkend!) Leistungen.

WICHTIG
Solange Sie Leistungen erhalten, müssen Sie immer erreichbar sein und bei jedem Behördengang Ihr aktuell gültiges Aufenthaltspapier dabei haben. Bei Verlust ihrer Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA) wenden Sie sich an die Harburger Poststraße 1 oder Bargkoppelweg. Bei Verlust Ihrer Aufenthaltsgestattung oder Duldung an die Ausländerbehörde, Amsinckstraße 28.

Unterbringung und Verpflegung

Ihre Unterkunft (Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung, ZEA) stellt ein Paket mit Bettwäsche, Hygieneartikeln und Kleidung zur Verfügung, sowie Frühstück, Mittag- und Abendessen. Für besondere Ernährungsbedarfe wenden Sie sich an das Sozialmanagement in Ihrer Unterkunft. Als Bewohner einer ZEA erhalten Sie außerdem eine HVV-Fahrkarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg.

Taschengeld

Das Taschengeld bekommen Sie einmal im Monat. Bis zur ersten Auszahlung können nach Ihrer Ankunft einige Wochen vergehen. Erste Anlaufstelle für Fragen ist das Sozialmanagement Ihrer Unterkunft. Dieses informiert Sie auch über Sprechstunden im Büro der Innenbehörde in ihrem Bezirk und vermittelt bei Bedarf Termine. Die Innenbehörde kann Sie auch direkt zu einem Termin einladen. Verpassen Sie ihn nicht! Bei Familien nimmt nur eine Person das Taschengeld für alle in Empfang. Jugendliche ab 16 Jahren können sich auf Wunsch ihr Taschengeld auch persönlich auszahlen lassen. Ab 18 Jahren erhält jeder grundsätzlich eigenes Taschengeld.

Bargeld

Die Adresse Ihrer „Zahlstelle“ oder „Kasse“ erfahren Sie vom Sozialmanagement. Vereinzelt findet die Auszahlung auch direkt in der Unterkunft statt. Sie müssen immer ihre gültige BÜMA, Aufenthaltsgestattung oder Duldung und ihren Leistungsbescheid an der Kasse vorlegen.

Konto

Sobald Sie den offiziellen Asylantrag beim BAMF gestellt und eine Aufenthaltsgestattung erhalten haben, können Sie bei einer beliebigen Bank ein Konto eröffnen und die Zahlung umstellen lassen.

Umzug in eine Wohnunterkunft während des Asylverfahrens

Falls Sie aus besonderen Gründen schon während des Asylverfahrens aus der ZEA in eine Folgeunterkunft oder private Wohnung umziehen, ist eine andere Dienststelle im Bezirk für Sie zuständig. Sie erhalten dann etwas mehr Geld, müssen sich dafür aber auch selbst verpflegen und eigenständig die Miete bezahlen.

Die Adresse des zuständigen Amtes finden Sie hier: www.hamburg.de/behoerdenfinder, Suchbegriff: „Grundsicherungs- und Sozialleistungen“, dann Ihre eigene Adresse angeben.

Schwangerschaft

Legen Sie beim Sozialmanagement ihrer Unterkunft den Mutterpass vom Arzt vor, um Gutscheine für besonderen Schwangerschaftsbedarf zu erhalten. Das Geschäft, in dem Sie einkaufen gehen, können Sie frei wählen. Ein Gutschein gilt aber nur in einem einzigen Geschäft.

Nach Abschluss des Asylverfahrens

Positive Entscheidung

Gehen Sie mit dem Bescheid über die Anerkennung als Flüchtling so schnell wie möglich zum Büro der Innenbehörde in ihrem Bezirk und bitten Sie um die Einstellung der Leistungen für Asylsuchende. Hier geben Sie auch Ihre Krankenversicherungskarte ab. Mit Beginn des Folgemonats ist das Jobcenter für Ihre Unterstützung verantwortlich.

Die Adresse Ihres Jobcenters finden Sie hier: www.hamburg.de/behoerdenfinder/ Suchbegriff: „Arbeitslosengeld II, für Personen über 25 Jahre“ oder „Arbeitslosengeld II, für Personen unter 25 Jahre“, dann Ihre eigene Adresse angeben.

Für die Anmeldung brauchen Sie folgende Unterlagen:

  • den „Einstellungsbescheid“
  • den Bescheid über die Anerkennung als Flüchtling des BAMF
  • Ihre Aufenthaltsgestattung oder die elektronische Aufenthaltserlaubnis (eAT)

Sie erhalten Hilfe beim Ausfüllen des Antrages auf Arbeitslosengeld II. Hierbei wählen Sie auch eine neue Krankenversicherung. Eltern- und Kindergeld muss gesondert beantragt werden.

Ablehnung des Asylantrags

Sie erhalten eine zeitlich begrenzte Duldung. Bis zur freiwilligen Ausreise oder Abschiebung steht Ihnen unverändert das monatliche Taschengeld zu. Als Hilfe für die freiwillige Rückreise ins Heimatland gibt es in manchen Fällen ein Startgeld.

Die Ausländerbehörde, Amsinckstraße 28, vergibt für die Auszahlung einen gesonderten Termin.

Rechtsberatung

Bei rechtlichen Fragen zu Ihren Leistungsansprüchen oder dem Wunsch nach Widerspruch gegen Bescheide und bereits erfolgte Zahlungen wenden Sie sich an:

Öffentliche Rechtsauskunft (ÖRA)
Dammtorstraße 14, +49 40 428 43 30 71, gabriele.ruesch@basfi.hamburg.de, Montag bis Freitag: 8 bis 13 Uhr,
www.hamburg.de/oera/

Für weiterführende Auskünfte wird man Ihnen dort gegebenenfalls auch anwaltliche Beratung empfehlen. Einen Rechtsanwalt können Sie auch direkt aufsuchen. Anwaltliche Beratung ist aber meistens mit Kosten für Sie verbunden.

Zuletzt aktualisiert: 13.06.2016

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