Sie können in Deutschland arbeiten, wenn Sie alle Voraussetzungen dafür haben. Dieser Flyer hilft Ihnen sich zu orientieren. Bevor Sie anfangen sich eine Arbeit zu suchen, sollten Sie sich dennoch individuell beraten lassen. In diesem Flyer finden Sie Beratungsmöglichkeiten. Ob Sie in Deutschland arbeiten dürfen, hängt normalerweise von Ihrem Aufenthaltstitel ab.

Darf ich arbeiten?  

 Ob Sie arbeiten dürfen, kommt auf Ihren Aufenthaltstitel an. Falls Sie nicht wissen, welchen Aufenthaltstitel Sie haben, kann Ihnen unser Flyer zum Thema „Asyl“ weiterhelfen. Sie können auch auf http://we-inform.de/portal/de/asylverfahren/ nachschauen.

Aufenthaltserlaubnis: Wenn in Ihrer Aufenthaltserlaubnis „Beschäftigung erlaubt“ steht, dürfen Sie als Arbeitnehmer/-in arbeiten oder eine Ausbildung beginnen. Wenn in Ihrer Aufenthaltserlaubnis „Erwerbstätigkeit gestattet“ steht, dürfen sie außerdem auch selbstständig arbeiten, also ein eigenes Geschäft eröffnen.

Duldung, Ankunftsnachweis, Aufenthaltsgestattung: Nach drei Monaten in Deutschland können Sie eine Arbeitserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragen.

Wenn Sie aus einem sicheren Herkunftsland kommen und den Aslyantrag nach dem 31.8.2015 gestellt haben, bekommen Sie wahrscheinlich keine Arbeitserlaubnis. Lassen Sie sich in diesem Fall vom Flüchtlingszentrum beraten. Kontakt: www.fz-hh.de Flüchtlingszentrum, Adenauerallee 10, 20097 Hamburg. Tel: 2840790

Was brauche ich um Arbeit zu finden?

Um Arbeit zu finden, müssen sie normalerweise für die Arbeit qualifiziert sein und die notwendigen Sprachkenntnisse haben.

Qualifikationen:

Wenn Sie schon Zeugnisse aus Ihrem Herkunftsland haben, können Sie diese unter gewissen Voraussetzungen anerkennen lassen. Um diese Anerkennung zu bekommen müssen Sie sich vielleicht auch noch in Deutschland weiterbilden. Die Zentrale Anlaufstelle Anerkennung berät Sie zu Anerkennung und Weiterbildung.

Kontakte: Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg, www.diakonie-hamburg.de/de/visitenkarte/zaa/.

Ausbildung und Studium:

Eine Ausbildung dürfen Sie unabhängig von Geschlecht oder Alter machen, wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis haben. Mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung brauchen Sie dazu die Erlaubnis der Ausländerbehörde, Hammer Str. 30-34, 22041 Hamburg. Tel: 040428390. Mit einer Aufenthaltsgestattung bekommen Sie diese erst nach drei Monaten in Deutschland.

Eine Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre. Sie arbeiten dabei in einem Betrieb und lernen in einer Berufsschule Wichtiges für den Beruf. Sie verdienen etwa 500 bis 1000 Euro monatlich. Während der Ausbildung sowie für zwei Jahre nach der Ausbildung, erhalten Sie eine Duldung und können nicht abgeschoben werden.

Informationen zu Ausbildungen finden Sie unter www.hamburg.de/yourchance
Unter bestimmten Bedingungen können Sie in Deutschland studieren. Informationen: www.study-in.de/fluechtlinge/. Mehr zum Thema Studium finden Sie auch in unserem Flyer zum Thema „Bildung“.

Wie finde ich Arbeit?

Wenn Sie älter als 25 Jahre alt und auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, finden Sie Beratung beim Team Flucht und Asyl der Agentur für Arbeit. Kontakt: www.arbeitsagentur.de

Anlaufstelle 1: Norderstraße 105, 20097 Hamburg
Anlaufstelle 2: Bargkoppelstieg 14, 22145 Hamburg

Das Team Flucht und Asyl berät Sie in mehreren Sprachen über Arbeit und Ausbildung in Deutschland und hilft Ihnen unterstützende Angebote zu finden. Zu einem Gespräch beim Team Flucht und Asyl sollten Sie ihre Zeugnisse und Informationen zu Ihren bisherigen Ausbildungs- und Arbeitsverhältnissen mitbringen.

Wenn Sie unter 25 Jahren alt sind, wenden Sie sich an die Jugend-Berufsagentur, Friedrich-Ebert-Damm 160, 22047 Hamburg, www.jba-hamburg.de.

Wenn Sie nicht durch eine offizielle Stelle bei der Arbeitssuche unterstützt werden, können Sie sich selbstständig bewerben. Arbeitsangebote finden Sie unter anderem auf diesen Websites: https://mygreatjobs.de, www.workeer.de, www.jobbörse.de

Wenn Sie arbeiten oder eine Ausbildung machen und Ihr Deutsch für Ihren Beruf verbessern wollen, können Sie hier Hilfe finden: http://www.wege-in-den-beruf.de

Wenn Sie möchten, dass Sie ein Pate bei der Berufssuche und Bewerbung unterstützt, können Sie sich bei www.welcome2work.de bewerben.

In Deutschland haben Arbeitnehmer Rechte, wie zum Beispiel das Recht auf bezahlten Urlaub und einen Mindestlohn. Diese Rechte gelten auch für Sie. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht fair behandelt zu werden, können Sie sich für eine Beratung an den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) wenden. Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg; Tel: 040 – 2858-240.

Was ist ein Praktikum?

 

Eine Chance, den Arbeitsalltag in einem Beruf kennenzulernen, wenn man noch nicht genau weiß, was man beruflich machen möchte, oder einen Betrieb kennenlernen möchte. Es gibt in Deutschland viele verschiedene Arten von Praktika. Manche werden bezahlt, andere nicht. Beratung zum Praktikum finden Sie hier:

Flüchtlingszentrum Hamburg, www.fz-hh.de, CJD, www.cjd-nord.de, Tel.: 040 21111810, Elbcampus, www.missionzukunft.elbcampus.de, Tel.: 040 35905-294.

Wer darf ein Praktikum machen?

Ein Praktikum darf jeder machen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Schulabschluss. Das gilt in jedem Fall, wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis haben. Dann brauchen Sie auch keine Erlaubnis der Ausländerbehörde. Wenn Sie Geld vom Jobcenter bekommen, muss das Jobcenter aber in der Regel dem Praktikum zustimmen.

Ein Praktikum können Sie aber auch machen,

  • wenn Sie eine Duldung haben, und kein Arbeitsverbot vorliegt.
  • wenn Sie eine Aufenthaltsgestattung haben.

Dann ist meistens ein Praktikum nach drei Monaten in Deutschland möglich. Mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung brauchen Sie die Erlaubnis der Ausländerbehörde.

Welche Praktika darf ich mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung machen?

Hospitation: Bei einer Hospitation sind Sie zu Gast in einem Unternehmen und können sich die Beschäftigungen anschauen. Sie können dabei nicht selber arbeiten. Dafür brauchen Sie keine Zustimmung der Ausländerbehörde.

Schulpraktikum: Ein Schulpraktikum können Sie im Rahmen Ihrer Schulpflicht absolvieren. Sie schließen dabei selber keinen Vertrag (nur Ihre Schule). Sie verdienen dabei nichts und brauchen auch keine Zustimmung der Ausländerbehörde.

Praktikum zur Berufsorientierung („Schnupperpraktikum“): Es darf bis zu drei Monate dauern, es gibt kein Geld dafür, und die Ausländerbehörde muss zustimmen.

Einstiegsqualifizierung „EQ“: Dieses betriebliche Langzeitpraktikum soll als Maßnahme der Arbeitsagentur eine reguläre Ausbildung vorbereiten, darf zwischen sechs und zwölf Monate dauern und wird auf Antrag durch die Arbeitsagentur finanziell unterstützt. Es ist für Jugendliche bis 25 Jahre vorgesehen, Ausnahmen für Ältere sind möglich. Die Ausländerbehörde muss zustimmen.

„Arbeitstraining“: Dieses Praktikum dauert sechs bis zwölf Wochen und wird nicht bezahlt. Das Jobcenter oder die Arbeitsagentur entscheiden über dieses Praktikum.

Wie kann ich mein Deutsch verbessern?

Wenn Sie Deutsch lernen möchten oder Ihr Deutsch verbessern möchten, schauen Sie unseren Flyer „Deutsch lernen“ an oder gehen sie auf http://we-inform.de/portal/de/deutsch-lernen/.

Zuletzt aktualisiert: 02.03.2018

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